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Unberührter lateinamerikanischer Dschungel. Ein Mann schlägt sich mit einer Machete einen Weg durch die grüne Hölle. Sein Ziel ist ein alter Majatempel voll tödlicher Fallen - ein Ort den seit Jahrzehnten niemand mehr lebendig verlassen hat. So begann 1981 einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten: Jäger des verlorenen Schatzes. Die Hauptfigur Indiana Jones wurde wie kein zweiter zu einem Inbegriff für das Abenteuer schlechthin.
Indy, wie ihn seine Freunde nennen, ist ein vielschichtiger Charakter mit drei Vätern. Regisseur Georg Lucas, Produzent Steven Spielberg und Schauspieler Harrison Ford formten einen amerikanischen Archäologieprofessor, der auf seiner Suche nach Schätzen der Vergangenheit die Zukunft der Menschheit retten muß. Indiana Jones ist kein strahlender Held, sondern ein Mann der erledigt, was getan werden muß. Gerade die dunklen Seiten machen aus der klassischen Abenteurerfigur einen vollwertigen Charakter und aus Indiana Jones einen Mythos.
Drei Jahre nach Jäger des verlorenen Schatzes durfte Indy in der Fortsetzung Indiana Jones und der Tempel des Todes erneut die Peitsche schwingen. 1989 packte Dr. Jones junior schließlich ein letztes Mal den Fedora (seinen Hut) ein, um gemeinsam mit seinem Vater auf die Suche nach dem Gral zu gehen und die Indiana Jones Trilogie abzuschließen.
Ich nehme an, daß die meisten Leser die drei Indiana Jones Filme kennen. Darum will ich versuchen einen Einblick in die zahllosen Möglichkeiten zu bieten, auch heute noch ein richtiges Abenteuer mit Indy erleben zu können:
Die Abenteuer des jungen Indiana Jones
Anfang der 90er Jahre hatte Georg Lucas eine visionäre Idee, die ein weiteres Kapitel in der Geschichte von Indiana Jones füllen sollte: Er wollte die Jugendjahre von Henry Jones junior in Form einer TV-Serie erzählen. Indys Weltreise im Alter von acht Jahren gemeinsam mit seinen Eltern und seine Teilnahme am ersten Weltkrieg lieferten so viel Stoff und Schauplätze, so daß die Abenteuer des jungen Indiana Jones zur größten und aufwendigsten TV-Serie wurden.
Bekannte Regisseure für jede einzelne Folge, eine exzellente Besetzung der Nebenrollen und Originaldrehorte in über 40 Ländern der Erde hätten aus der Serie vermutlich auch das größte Finanzierungsloch aller Zeiten gemacht, wenn nicht die bekannte Special Effects Firma Industrial Light and Magic von Georg Lucas die Finger im Spiel gehabt hätte. Alle teuren Effekte und unbezahlbaren Kulissen wurden im großen Stil mit Computergrafik erzeugt. Erstmals wurden Statisten künstlich generiert und ins Bild eingefügt, ohne das dies für den Laien sichtbar war. Fast alle der später in Filmen wie Forrest Gump verwendeten Effekte wurden speziell für Indys Jugendabenteuer entwickelt. Die Arbeit hat sich auch ausgezahlt: Mehrere Folgen wurde mit Preisen für Special Effects und Soundeffekte ausgezeichnet.
Zur Zeit gibt es etwa 36 Folgen der Serie. Diese Anzahl ist nicht exakt, da die Anzahl der Folgen je Ausstrahlungsland variieren und manchmal auch zwei Folgen zu einem Film zusammengefaßt wurden. Außerdem gibt es noch einige Folgen die nie ausgestrahlt wurden und zwei nachgedrehte Folgen, die Einzelfolgen zu Doppelfolgen erweitern. All das Rätseln sollte ein Ende finden, wenn die Serie erstmals vollständig auf Video erscheinen wird, was bereits seit einem halben Jahr angekündigt wird. Die Folgen wurden dafür bereits neu überarbeitet, die Chronologie der Folgen etwas korrigiert und neues Material hinzugefügt.
Indiana Jones und die abenteuerliche Bibliothek
Nach dem Erfolg von Jäger des verlorenen Schatzes durfte Indy zuerst nur in Comics weitere Abenteuer erleben. Erst der Leinwanderfolg von Tempel des Todes ermöglichte es ihm in Buchform die Phantasie seiner Leser anzuregen - allerdings nur die der Jungend. Die erste Bücherserie war nämlich eine Spielbuchserie namens Find Your Fate in der Kinder gemeinsam mit Indy Abenteuer bestehen mußten.
Erst Jahre nach dem Letzten Kreuzzug kam endlich Leben in die Welt von Indiana Jones. Den Anfang machte der deutsche SciFi- und Fantasy-Autor Wolfgang Hohlbein 1990. Routiniert schrieb er bis 1994 acht spannende Romane, die einen reifen Indiana Jones im Zeitraum Ende der 30er bis Anfang 40er Jahre zeigen. Die einzelnen Romane sind inhaltlich unabhängig, enthalten einige Unkorrektheiten gegenüber den Filmen und es gibt kaum Querverweise auf Material außerhalb der Filme. Besonders fällt auf, daß der Autor die Figur Indiana Jones (Nazis! I hate these guys!) charakterlich weiterentwickelt und Indy die Motive der bad guys differenzierter betrachtet läßt (z.B. sind SS-Elitesoldaten böser als einfache Soldaten).
1992 beginnt der Amerikaner Rob MacGregor ebenfalls eigene Indiana Jones Geschichten zu schreiben (er hat zuvor das Buch zu Indiana Jones und der Letzten Kreuzzug geschrieben). Seine sechs Geschichten spielen in den 20er Jahren - Indys Studienzeit - und enthalten eine Rahmenhandlung, die durch feste Nebencharaktere und fortlaufende Handlungen zusammengehalten wird. MacGregor baut seine eigene kleine Indiana-Jones-Welt, die aber nicht mit den - teilweise später erschienenen - Abenteuern des jungen Indiana Jones canon sind. (Als canon bezeichnet man Welten, deren einzelne Geschichten aus Filme, Bücher oder Comics ohne Überschneidungen zusammenpassen. Die Welt von Indy ist etwa zu dreiviertel canon.) MacGregors Bücher sind alle auch auf deutsch erhältlich, erreichen aber in meinen Augen weder in der englischen noch in der deutschen Fassung die Qualität der Romane von Hohlbein.
Nach MacGregor versuchte Martin Caidin sein Glück als Indiana Jones Autor - leider ohne großem Erfolg. In seinen zwei Romanen zeigt er eine Figur, die mit dem bekannten Abenteuerhelden kaum etwas gemeinsam hat. Besonders bedrückend ist Indys Ausflug in die Welt der UFOs (Indiana Jones und die Hyänen des Himmels), ein Buch das einem unwissenden Leser jede Freude an Indiana Jones verderben kann. Beide Bücher sind auf deutsch erhältlich, aber nur für echte Fans zu empfehlen.
Als dritter in der Riege der amerikanischen Autoren versucht sich nun Max McCoy. Er hat das richtige Gefühl für den Stoff und die, durch die Filme visuell geprägte, Stimmung eines richtigen Indiana Jones Abenteuers. In seiner direkt verknüpften Reihe von vier Büchern läßt er Indy von einer haarsträubenden Situation in die nächste stolpern und Situationskomik beweisen. Die Geschichten spielen im Zeitraum 1933/34, sind sehr sauber recherchiert und sehr canon (es werden beispielsweise zeitlich korrekt der Archäologe Belloq (aus Jäger des verlorenen Schatzes) und der Gangsterboß Lao Che (aus Tempel des Todes) als Nebenfiguren eingeführt). Bisher sind drei Romane von McCoy auf englisch schienen, ein vierter - und leider letzter - ist in Planung. Die deutsche Übersetzung hinkt aber noch etwas nach, derzeit ist erst ein Buch erschienen.
Indiana Jones und das Geheimnis der Sprechblasen
Der erste Indiana Jones Comic war - wie nicht anders zu erwarten - der Comic zum Film Jäger des verlorenen Schatzes von Marvel Comics. Dem Dreiteiler folgten in den nächsten vier Jahren 34 Comics unter dem Titel Indiana Jones Further Adventures die einen - aus heutiger Sicht - etwas anderen Indiana Jones zeigen. Indy wird rauher und einfacher gezeigt, seine Familie und seine Beweggründe wurden ja erst später durch die weiteren Filme und die TV-Serie eingeführt. Marvel produzierte in den 80er Jahren auch noch die Comics zu Tempel des Todes und Letzter Kreuzzug, hakte dann aber das Kapitel Indiana Jones ab.
1991 wurde die Lizenz für die Comics vom aufstrebenden Comicverlag Dark Horse Comics übernommen, beginnend mit dem vierteiligen Comic Indiana Jones and the Fate of Atlantis (das parallel zum gleichnamigen Spiel erschienen ist) . Sieben weitere Kurzserien folgten im Laufe von fünf Jahren, die aufgrund unterschiedlicher Zeichner und Schreiber das Indiana Jones Universum vielfältig bereicherten.
Parallel zur TV-Serie Die Abenteuer des jungen Indiana Jones erschien eine Serie von zwölf Comics, die sechs Einzelfolgen der TV-Serie nacherzählen. Diese Comics sind während der TV-Ausstrahlung der Serie im deutschsprachigen Raum auch auf deutsch erschienen. Seit 1996 ist bei Dark Horse leider kein weiterer Indy Comic mehr erschienen.
Indiana Jones und die Welt im Kopf
Das eine Heldenfigur wie Indy ein gutes Medium für Spiele ist, hat man schon recht früh in den 80er Jahren erkannt. Aber wie packt man das Abenteuer in ein Spiel? Die ersten Versuche führten zu mehreren Brettspielen, die leider nur im amerikanischen Raum erschienen sind. In der Zeit sind einige exotische Spiele erschienen, unter anderem ein deutsches Indiana Jones Kartenspiel.
Ein zweiter Anlauf in Richtung Rollenspiele versprach mehr Erfolg. Mit einem guten Spielleiter und der Phantasie einer Gruppe von Spielern konnte man schon viel mehr Abenteuer erleben. Das originale Indiana Jones Rollenspiel von der Spielefirma TSR (die auch das bekannte Rollenspiel Dungons & Dragons produzierte) aus den 80er Jahren wurde inzwischen eingestellt. In den 90er Jahren hat die Firma Master Book The World of Indiana Jones übernommen und an ihr universales Rollenspielsystem angepaßt. Zahlreiche Abenteuer sind derzeit erhältlich und das Spiel wird weiterhin produziert.
Sehr früh hat man auch den Verkaufswert von Indy in der Computerbranche erkannt. Die ersten Spiele erschienen auf den Großvätern der heutigen Spielkonsolen, C64 und Spectrum. Ende der 80er Jahre wurden dann Spiele zu den beiden letzten Indiana Jones Filmen für Konsolen (NES) und Handhelds (GameBoy) auf den Markt geworfen. Die Grafikqualität stieg erst mit den Rechnern der 16 Bit Generation (Amiga, PC, Mac) für die eine erfolgreiche Adventureversion vom Letzten Kreuzzug von LucasFilm (später LucasArts) erschienen ist.
Zur gleichen Zeit konnte man sich mit dem gelungenen JumpnRun Indiana Jones Greatest Adventures auf der SNES Konsole vergnügen. Letzteres Spiel ist vor allem jetzt wieder interessant, weil es seit kurzem möglich ist die alten Spiele auf jedem PC oder Mac mit Emulationssoftware laufen zu lassen. Die Möglichkeiten dabei sind sogar besser als bei den originalen Geräten: Komfortable Zwischenspeicherungen, ein besseres (größeres) Bild und die Möglichkeit für Screenshots gehören zum Luxus, den man sich gerne gönnt. Emulatoren (+ Indy-Spiele) gibt es u.a. für NES, SNES, GameBoy, GameGear und Spielautomaten.
Aber zurück in die frühen 90er. Der Erfolg des Indiana Jones und der letzte Kreuzzug Adventures war für LucasArts nur einer von vielen. Die Firma produzierte ein revolutionären Adventure nach dem anderen. Für viele Spieler ist aber bis heute der unüberbotene Gipfel dieser Adventureserie das Spiel Indiana Jones and the Fate of Atlantis. Erstmals in der Geschichte war ein vollständiger Film als Adventure spielbar ohne das es den Film dazu überhaupt gab! Parallele Handlungswege, sehr viel Liebe zum Detail und eine für damalige Zeiten hervorragende Grafik verweisen bis heute viele Spiele auf die hinteren Ränge.
Viel Zeit ist seither vergangen und es schien als wäre Indy schon in Pension gegangen. Computerikonen wie Lara Croft (die vom Alter her seine Enkelin sein könnte) haben das Abenteuergenre erobert. Aber es gibt einen Silberstreif am Horizont: Der Mann mit der Peitsche kommt zurück! Im 3D Actionspiel Indiana Jones and the Infernal Machine aus der erprobten LucasArts Schmiede wird Indy Anfang 1999 beweisen das er noch lange nicht zum alten Eisen gehört: Ein russischer Wissenschaftler entdeckt 1948 bei der Suche nach dem Turm von Babel eine Armaggedon Maschine und beginnt sie zusammenzusetzten ... und nur einer kann die Welt retten!
Indiana Jones und die verrückten Sammler
Ein eher unerforschter Teil der Welt von Indiana Jones sind die mehr oder weniger seltenen Sammlerstücke. Nachwuchs-Abenteurer, die bereits alle Bücher, Comics und Spiele besitzen, haben sich auf die Suche nach besonderen Artefakten spezialisiert. Die angegebenen Preise sollen nur ein Gefühl für die Preislage vermitteln.
Klassische Sammlerstücke sind Fotos von Harrison Ford (USD 25.- bis 75.- je nach Bild) oder noch besser doppelt signierte Bilder aus Der Letzte Kreuzzug mit Harrison Ford und Sean Connery (ab USD 100.-). Eher ideellen Wert haben auch die Unterschriften von anderen Darstellern der Filme und der TV-Serie sowie von Autoren der Bücher und Comics - allerdings sind diese Signaturen auch umso schwerer zu bekommen.
Dauerbrenner sind die US-üblichen Trading Cards. Das sind spielkartengroße Kartonkarten mit Bildern aus den Filmen und der TV-Serie. Zusammen mit Bonuskarten (seltenen Karten mit 3D Bildern u.ä.) kann man versuchen eine vollständige Sammlung zu bekommen (komplette Sets je Film ab USD 80.-, Set zur TV-Serie USD 15.-). Einen vollen Sparstrumpf sollte man haben wenn man die Plastikfiguren zu den Filmen kaufen will. Die etwa 10 cm großen Figuren sind teilweise sehr rar (eine Marion aus Jäger des verlorenen Schatzes kostet mehr als USD 150.-) und der Kauf von Playsets (z.B. Streets of Cairo ) kann ganz schön teuer werden.
Passend zum Abenteuer gibt es natürlich auch Indy-Adventure-Ausrüstung. Ob Indy-Schlafsack (USD 25.-), Indy-Taschenmesser (ein klassisches Schweizer Taschenmesser mit Morsecode um USD 25.-) oder gar Indy-Machete (USD 150.-), nichts ist für den echten Abenteurer zu teuer. Natürlich muß auch das Outfit passen: Ein echter Hut ist ein Muß (USD 60.- bis 150.-). Eine Lederjacke, Stoffhosen und die Tasche von Indy (eine Gasmaskentasche aus dem ersten Weltkrieg!) sind im Army Shop oft günstig zu kriegen.
Wer noch mehr Geld übrig hat kann exklusivere Accessoires erwerben (z.B. eine limitierte Uhr vom Disneyland um bis zu USD 150.-) oder gleich aufs Ganze gehen und Originaldekoration von den Filmen kaufen (z.B. einen Affenkopf aus Tempel des Todes ab USD 1000.-). Und wem das alles viel zu teuer ist, der sollte einfach die Augen offen halten: Zu den liebsten Stücken meiner privaten Sammlung zählen kleine Plastikspinnen, die mit ChupaChups Lollies um einen Schilling das Stück verkauft wurden...
Indiana Jones und die erlebte Realität
Ein echtes Indiana Jones Abenteuer hautnah erleben ohne in wirklicher Lebensgefahr zu sein? Theme Parks heißt die Lösung. Und einer davon ist sogar relativ nah: Le Temple du Péril ist ein rasanter Indy Ride im Eurodisney bei Paris. Neben viel Indiana Jones Stimmung und Kulissen besteht der Ride aus einer atemberaubenden Loopingbahn, auf der man mit kleinen Grubenhunten durch den Tempel und rund um ihn herum kurvt.
Weit bekannter ist der Temple of the Forbidden Eye im Disneyland. Bei dieser Fahrt mit einem riesigen Jeep für 12 Personen besucht man einen vom Urwald beinahe verschlungenen Tempel, der von zwei riesigen Steinschlangen bewacht wird. Allen Warnungen zum Trotz sehen die Besucher in das Auge der Mara und werden auch prompt in die Unterwelt verdammt. Wacklige Brücken, Feuerbälle und giftige Rauchschwaden verschönern den Weg zu einem Raum voller Schlangen, wo man dann vom Tourführer verlassen wird. Weiter gehts in einen Raum voller Fallen, was unweigerlich zu einer 40 Tonnen schweren Kugel führt, die nur allzugerne ungebetene Gäste überrollt - oder zumindest bis zum Ausgang jagt.
Der dritte große Indy Ride ist in der DisneyWorld zu finden. Bei der "Epic Indiana Jones Stunt Spectacular" handelt es sich um eine Action-Show mit vielen Stunts und Special Effects. Den Beginn macht die Suche nach der goldenen Statue im Inka-Tempel inklusive der Flucht vor der rollenden Kugel. Es folgt ein Kampfspektakel in den Straßen von Cairo, daß man mit etwas Glück sogar als Statist miterleben darf (vor jeder Show werden Zuseher ausgewählt!). Zum Abschluß muß Indy die Bundeslade aus dem Flying Wing retten, wobei das Flugzeug explodiert.
Und wenn man schon einmal in der DisneyWorld ist, sollte man auf keinen Fall den Great Movie Ride verpassen. Bei dieser Attraktion erlebt man zahlreiche Filme 3D (u.a. The Wizard of Oz, Alien und Casablanca) und macht dabei auch einen Abstecher zu Indiana Jones in der Halle der Seelen, um gemeinsam mit ihm die genaue Position der Bundeslade zu entdecken.
Indiana Jones und die ungewisse Zukunft
Der Mythos Indiana Jones lebt. Ob als Buch, Spiel oder Theme Park - Indy hat ein Verkaufsstärke, die uns noch lange Jahre mit neuem Material versorgen wird. Es bleibt nur eine Frage, um die sich mehr Gerüchte und Geheimnisse ranken als um so manches Artefakt, das Indy retten mußte: Wird es einen vierten Film mit dem bewährten Team Lucas-Spielberg-Ford geben?
Ja, wenn es nach dem Wollen der Fans und dem Wollen der drei genannten Herren geht. Aber auch nein, solange kein wirklich gutes Skript vorliegt. Seit über vier Jahren versuchen verschiedene beauftragte Autoren eine gute Geschichte für Indy 4 zu liefern, aber bisher sind alle derartigen Versuche gescheitert.
Fest steht, daß nicht der Inhalt des Computerspiels Indiana Jones and the Fate of Atlantis verfilmt werden soll. Gefälscht waren auch zwei Drehbücher, die im Internet aufgetaucht sind (obwohl ich das erste mit dem Titel Indiana Jones and the Sons of Darkness nur jedem Fan ans Herz legen kann, es ist eine wirklich gute Geschichte).
Gerüchte von Geschichten in denen Indy den Garten Eden, Atlantis (in einer anderen Version als im Spiel) oder den Jungbrunnen findet, scheinen auch falsch bzw. abgelehnt worden zu sein. Am wahrscheinlichsten scheint eine Geschichte Ende der 40er/Anfang der 50er Jahre, in denen die Russen als böse omnipotente Gegenspieler von Indiana Jones den kalten Krieg anheizen. Dieses Szenario würde auch am besten zum realen Alter von Harrison Ford passen (er ist 57) und die Geschichte glaubhaft wirken lassen.
Aber was, wenn kein Drehbuch mehr gefunden werden kann, das Ford zusagt? Die Lösung wäre die James Bond Variante: Wenn die Filmfigur bekannter ist als der Schauspieler, kann man auch Fortsetzungen ohne der Originalbesetzung machen. Indiana Jones ohne Harrison Ford klingt vielleicht im ersten Moment blasphemisch, aber Tatsache ist, daß Indy schon von fünf verschiedenen Schauspielern gespielt und akzeptiert wurde. George Hall als alter Indy ist für die Actionszenen zu alt, Corey Carrier als ganz junger Indy (noch) etwas zu jung und River Phoenix ist leider verstorben, aber was spricht gegen einen neuen Indiana Jones Film (oder besser gleich mehrere!) mit Sean Patrick Flanery, der Indy als jungen Mann in der TV-Serie verkörperte? Die Zukunft von Indiana Jones wird sehr von der Akzeptanz neuer Ideen durch die Fans abhängen. Hoffen wir auf das Beste.
Indiana Jones und die endlose Suche im Cyberspace
Indiana Jones lebt! Im Internet tummeln sich genügend Fans, um Indy täglich neue Abenteuer im Cyberspace erleben zu lassen. Aktuelle Infos gibt es global in der Indy Newsgroup <alt.movies.indiana-jones> oder lokal in der BlackBox <Anarchy/Indiana Jones>. Den Weg zu allen wichtigen Artefaktfundplätzen weisen zahllose URLs, die es praktischerweise online gibt. Zu finden sind sie auf dem Signpost meiner Indiana Jones Chronicles Seite <http://stud1.tuwien.ac.at/~e9125985/IJC>, die in Zukunft zahlreiche Informationen über Indy bieten wird, wie es sie derzeit im Internet noch nicht gibt. Also ruhig bookmarken und von Zeit zu Zeit den Fedora und die Peitsche schnappen und eine Reise in die virtuelle Abenteuerwelt machen! c|:)
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Über den Artikel: Dieser Artikel erschien im S.H.O.C.K.@Letter 0398.08 (September 1998) und im Miscatonic Mirror (Magazin für Phantastik) Ausgabe 25 (Frühjahr 1999).
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